Ich sehe, dass sowohl bei mir als auch bei einigen von meinen KundInnen die Spassbremse Nr. 1 im Business Druck und Überforderung sind.

In diesem Blog-Artikel möchte ich darüber reflektieren, woher dieser Druck kommen kann und was Du tun kannst, um damit besser umgehen zu können.

Druck oder Spannung sind nicht grundsätzlich etwas schlechtes. Wenn wir eine Spannung erleben, führt das meist zu einem wichtigen Entwicklungsschritt.

Auch auf meinem persönlichen Weg war meist eine Spannung der Auslöser, der mich weiter gebracht hat.

Als nach 4 Jahren Selbständigkeit mein Erspartes zur Neige ging, wusste ich, dass es so nicht weitergehen kann. Ich brauchte Geld, entweder durch einen Job oder mit der Selbständigkeit. Und da ich es mir nicht mehr vorstellen konnte, wieder einen Job zu haben, gab ich alles, um mit der Selbständigkeit genug Geld verdienen zu können.

Dieser Weg brachte nicht nur mehr Geld, sondern er führte mich zu mir selbst und in meine Kraft. Ich fühle mich heute viel wohler als früher, als ich ständig zittern musste, ob es reicht oder nicht. Das erlebte ich als kraftlos und ohnmächtig.

Bei diesem Beispiel kam der Druck von Aussen, ich hatte Rechnungen, die ich bezahlen musste.

Der Druck kann jedoch auch von Innen kommen.

Kürzlich habe ich ein Reading gemacht, bei dem heraus kam, dass ich gerade mal 1 % meiner Kraft lebe. Zuerst dachte ich – aber ich bin doch schon ein so weiter Weg gegangen – und trotzdem bin ich erst bei 1 % meiner Kraft.

Doch das half mir klar zu werden, woher mein Druck kommt. Etwas in mir will 100 % meiner Kraft leben, ich könnte diesen Teil die Seele nennen, die sich entfalten will. Doch gleichzeitig gibt es auch einen anderen Teil, der physisch im Leben steht. Dieser Teil ist sehr stark von der Kultur und der Herkunftsfamilie geprägt. Damit ich meine Kraft zu 100 % leben kann, muss ich mir diesen Konditionierungen erst bewusst werden und es mir erlauben, darüber hinaus zu wachsen.

Als ich dies einem guten Freund erzählte sagte er – ja, wir leben wohl alle nur einen sehr kleinen Teil unserer Kraft. Und damit sagte er etwas ganz wichtiges: Die meisten Menschen leben einen nur Bruchteil von dem, was möglich wäre. Und diese Differenz erleben wir als inneren Druck.

Wenn Du zum Beispiel einen Drang hast, Dein Potential zu leben und es kraftvoll in diese Welt zu bringen, dann willst Du im Grunde nichts anderes, als dieses Gefälle ausgleichen, von dem, was Deine Seele will und was Du jetzt lebst.

Das ist – zumindest nach meiner Erfahrung – ein grosser Weg. Das Gefälle zwischen diesen 100 % und der Kraft, die wir tatsächlich leben, kann einen enormen inneren Druck erzeugen. Neben dem äusseren Druck gibt es also auch einen inneren Druck, nämlich das zu leben, wofür wir auf diese Erde gekommen sind.

Dieser innere Druck ist eine wichtige Treibkraft und er ist da, egal ob ich es will oder nicht. So wie auch der äussere Druck da ist, egal, ob ich es will oder nicht.

Ich kann den inneren Druck nicht ignorieren, denn das mündet in Unzufriedenheit oder depressiven Stimmungen – für manche wohl auch in der Depression. Wenn ich neue Dinge wage und über mich hinauswachse, werde ich lebendig, erfüllt und zufrieden. Das heisst, ich erlebe Glück und Befriedigung, wenn ich die Schritte mache und meinen Weg gehe.

Nun gut, der Druck ist da – das kann ich nicht ändern. Was ich aber jederzeit ändern kann, ist, wie ich mit ihm umgehe. Das kann zu Unzufriedenheit und Erschöpfung führen – oder in ein freudvolles Leben.

Ich bin der Typ, der gerne alles sofort erledigt haben möchte. Doch es gibt immer etwas zu tun. Das wichtige hier ist, dass ich mir bewusst bin, dass es immer noch etwas zu tun gibt, egal, wie viel ich mache.

So habe ich die Tendenz, noch rasch das zu machen, noch rasch dies zu erledigen – und der ganze Vormittag ist vorbei, ohne dass ich eine Pause gemacht hätte. Und dann bin ich erschöpft oder habe Kopfschmerzen.

Die grösste Gefahr für mich ist, zu machen, machen, machen und mich dabei zu erschöpfen oder zu überfordern. Die Überforderung kommt also von meiner Handlungsweise und nicht vom Druck.

Diese Handlungsweise kann ich ändern. Für mich ist es beispielsweise wichtig, mir Zeit für Pausen zu nehmen, um meine Energie wieder aufzuladen. Das kann singen sein, tanzen, Guitarre spielen oder meditieren. Mein persönlicher, optimaler Arbeitsrhythmus ist 90 Minuten arbeiten – 30 Minuten Pause – dann wieder 90 Minuten arbeiten.

So kann ich motiviert und konzentriert arbeiten, ohne zu erschöpfen. Wenn ich diesen Rhythmus einhalte, bin ich effizienter, weil ich fokussierter und konzentrierter bin.

Gelingt mir das immer? Nein. Auch ich bin ein Gewohnheitsmensch – und falle ich darauf hinein, doch noch rasch dieses email beantworten zu wollen – und vergesse die so wichtige Pause. Doch spätestens, wenn ich Kopfschmerzen habe oder erschöpft bin, weiss ich, weshalb und kann das ändern.

Wenn Du so wie ich die Tendenz hast, Dich zu überfordern, dann sei Dir bewusst, dass Du den Druck oft nicht ändern kannst. Was Du aber ändern kannst, ist Deine Art, diesem Druck zu begegnen.

Ich habe Dir erzählt, was ich brauche, damit ich gut arbeiten kann. Für Dich mag das etwas anderes sein.

Nimm Dir nun ein paar Minuten Zeit und reflektiere darüber, was Du brauchst, damit Du weniger unter Überforderung leidest. Was ist Dein optimaler Arbeitsrhythmus? Wie kannst Du Deine Energie in den Pausen wieder aufladen? Wie kannst Du Deinem inneren Druck liebevoll annehmen, ohne die Gefahr von Burnout oder Erschöpfung?

Ich freue mich, wenn Du das in den Kommentar schreibst!

Ganz herzlich,

Andrea

4 Comments

  • Liebe Andrea
    herzlichen Dank für die cleveren Wörtern!
    Ich habe mir vorgestellt, dass um meiner Kanzlei zum Erfolg zur treiben, den ganzen Tag im Büro sein muss. Selbst wenn nichts zu tun gibt. Letztlich habe ich bemerkt, dass wenn ich nur einen halben Tag effizient arbeit, viel mehr Energie habe. Diese Energie brauche ich, um kreativ zu sein und neue Wege für den Business Wachstum zu finden.
    Ich versuche ab jetzt diesem Weg zu gehen…
    Liebe Grüsse
    Patricia Mutzke

    • AndreaSteimer sagt:

      Liebe Patricia,
      danke vielmals für Deinen Kommentar und ich wünsche Dir ganz viel Freude bei der neuen Form der Arbeit 🙂
      Ganz herzlich,
      Andrea

  • Liebe Andrea

    Ich stimme mit dir da in einigen Punkten überein. Dieses loslassen, dieses etwas anderes Tun, bringt für mich persönlich und meine Arbeit die nötige Distanz sowie kreativen Eingaben. Über den Kiefer, welcher ja verbunden ist mit dem Becken sowie deren Muskulatur, erzeugt nicht nur körperliche Spannungs- sowie Haltemuster, nein auch in Gedanken und Gefühlen. Ich habe für mich z. B. entdeckt, dass ich am Tag des öfteren meine Kiefermuskulatur entspanne. Einerseits mit einer grossen Bewegung. Wenn das z. B. in einer Sitzung oder bei einem Coaching so nicht geht, mache ich Mikrobewegungen und das funktioniert bestens. Sehr schnell wird auch mein Autonomes Nervensystem beruhigt, meine Konzentration wird besser und ich bin zusätzlich wieder mehr präsent. Unterbrechungen sind sehr wichtig, egal, was man tut. Spaziergänge oder Singen helfen da auch bestens, wenn es mit Bewusstheit getan wird. Zurück kommt Freude, Energie und Fokus auf das was jetzt getan werden soll. Herzlichst Anita, Perlencoach, Luzern

    • AndreaSteimer sagt:

      Liebe Anita,
      danke, dass Du Deine Erfahrungen geteilt hast und als Deine Coachin wünsche ich Dir natürlich ganz viel Freude in der Weitergabe Deiner Erfahrungen und Deinem Wissen als Perlencoach:)
      Ganz herzlich,
      Andrea

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